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15.09.2026 13:42
Unternehmenssteuern · Struktur · Substanz · Umsetzung

Unternehmenssteuern auf Mauritius

Der nominelle Steuersatz ist nur ein Teil der Rechnung. Entscheidend sind Geschäftsmodell, Einkunftsart, steuerliche Ansässigkeit, Substanz, Unternehmensleitung und die steuerlichen Regeln aller beteiligten Staaten.

15 % allgemeiner Körperschaftsteuersatz
3 % bestimmte Gewinne aus Warenexporten
2 % CCR bei Überschreiten der gesetzlichen Umsatzschwelle
15 % regulärer VAT-Satz

Grundlagen

Wie Unternehmen auf Mauritius besteuert werden.

Der allgemeine Körperschaftsteuersatz beträgt 15 Prozent. Dieser Satz beschreibt nicht automatisch die Gesamtbelastung. Für bestimmte Tätigkeiten und Einkunftsarten bestehen besondere Regelungen.

Unternehmen werden auf Grundlage ihres steuerlich relevanten Einkommens besteuert. Betriebsausgaben, Verluste, gesetzliche Abzüge und besondere Steuerregelungen können die tatsächliche Belastung beeinflussen.

Für bestimmte Gewinne aus Warenexporten kann ein Satz von 3 Prozent gelten. Darüber hinaus existieren partielle Steuerbefreiungen für ausgewählte Einkunftsarten und regulierte Tätigkeiten.

Diese Regeln gelten jedoch nicht automatisch nur deshalb, weil eine Gesellschaft auf Mauritius registriert wurde. Das reale Geschäftsmodell und die wirtschaftliche Umsetzung bleiben entscheidend.

Unternehmenssteuern im Überblick

Die wichtigsten steuerlichen Bereiche einer Mauritius-Gesellschaft.

Körperschaftsteuer Regulär 15 Prozent auf das steuerpflichtige Einkommen. Abweichende Regelungen gelten nur unter den jeweiligen gesetzlichen Voraussetzungen.
Warenexport Für bestimmte Gewinne aus gesetzlich definierten Warenexporten kann ein reduzierter Satz von 3 Prozent gelten.
Partielle Befreiungen Bestimmte Einkünfte können unter den jeweiligen Voraussetzungen teilweise von der Besteuerung befreit sein.
Mehrwertsteuer Der reguläre VAT-Satz beträgt 15 Prozent.
Quellensteuern Können je nach Zahlung, Empfänger, Einkunftsart und anwendbarem Doppelbesteuerungsabkommen relevant werden.
Verlustvortrag Nicht genutzte steuerliche Verluste können unter bestimmten Voraussetzungen und für einen begrenzten Zeitraum vorgetragen werden.

Partielle Steuerbefreiung

Wann eine niedrigere effektive Belastung möglich sein kann.

Partielle Befreiungen gelten nur für ausdrücklich erfasste Einkünfte und Tätigkeiten und setzen die jeweiligen gesetzlichen Bedingungen voraus.

Eine 80-Prozent-Befreiung kann bei einem Satz von 15 Prozent rechnerisch zu 3 Prozent Körperschaftsteuer auf die betreffenden Einkünfte führen – vor zusätzlichen Abgaben. Das ist ein anderer Mechanismus als der gesetzliche Warenexport-Steuersatz. Eine 95-Prozent-Befreiung betrifft besondere Kategorien, etwa qualifizierende Zinsen bestimmter lizenzierter Fonds.

Partielle Befreiung und ausländische Steueranrechnung dürfen nicht ohne Weiteres für dieselben Einkünfte kombiniert werden.

Quelle: MRA-Erläuterungen, insbesondere Items 44–50 und 78. Die individuelle Berechtigung ist anhand der aktuellen Vorschriften zu prüfen.

01

Ausländische Dividenden

Bestimmte ausländische Dividendeneinkünfte können unter den gesetzlichen Voraussetzungen für eine partielle Befreiung infrage kommen.

02

Bestimmte Zinseinkünfte

Ausgewählte Zinseinkünfte können besonderen Regeln unterliegen. Für Banken und Finanzunternehmen bestehen eigene Einschränkungen.

03

Ausländische Betriebsstätten

Gewinne, die einer ausländischen Betriebsstätte zugerechnet werden, können unter bestimmten Voraussetzungen erfasst sein.

04

Investment und Fonds

Für bestimmte regulierte Investment-, Fonds- und Vermögensverwaltungsaktivitäten bestehen besondere Regelungen.

05

Spezialtätigkeiten

Ausgewählte Schiffs-, Flugzeug-, Bahn- und Infrastrukturaktivitäten können unter gesetzlich definierte Kategorien fallen.

06

Regulierte Finanzdienstleistungen

Bei lizenzierten Tätigkeiten müssen steuerliche Behandlung und regulatorische Zulassung gemeinsam betrachtet werden.

CCR-Abgabe · Aktualisierung September 2026

Welche Zusatzbelastung durch die CCR entstehen kann.

Die Corporate Climate Responsibility Levy besteht seit dem Veranlagungsjahr ab 1. Juli 2024. Sie beträgt 2 Prozent des steuerpflichtigen Einkommens, wenn der gesetzlich definierte Jahresumsatz mehr als 50 Millionen MUR beträgt. Bei höchstens 50 Millionen MUR entfällt sie.

Umsatzschwelle und Berechnungsbasis unterscheiden Für die Schwelle zählen Bruttoeinkünfte aus allen Quellen einschließlich steuerfreier Einkünfte. Berechnet wird die Abgabe dagegen auf das steuerpflichtige Einkommen – nicht auf den Umsatz.
Auch Global Business Companies prüfen Eine Global Business Licence befreit nicht automatisch von der CCR. Beteiligungs- und Holdinggesellschaften sollten die Umsatzdefinition besonders sorgfältig prüfen lassen.

Grundlage: Income Tax Act, Sections 50N und 50O.

Was der Finance Act 2026 bei der Anrechnung ändert

Der neue Section 50O(5) schränkt die Verrechnung von Steuergutschriften mit der CCR ein. Ausdrücklich ausgenommen bleiben Gutschriften nach Section 76 sowie die besondere Gutschrift nach Section 161A(58A). Bei ausländischen Einkünften müssen daher Abkommensgrundlage und Anrechnungsvoraussetzungen einzeln geprüft werden. Ein DBA allein garantiert keine vollständige Entlastung.

Für APS-pflichtige Gesellschaften wird die CCR zudem stufenweise in das Vorauszahlungssystem einbezogen. Das betrifft die Zahlungsplanung; es ist keine entsprechende Senkung der jährlichen Abgabe.

Quelle: Finance Act 2026, Section 7(d) und 7(u), PDF-Seiten 56–57 und 64–65.

Gesamtbelastung

Weitere Pflichten hängen von der Gesellschaft ab.

Zusätzlich sind je nach Unternehmen die Corporate Social Responsibility (CSR), die Fair Share Contribution sowie gegebenenfalls Mindest- und Branchensteuern zu prüfen. Dafür gelten jeweils eigene Voraussetzungen und Ausnahmen. Eine Befreiung von einer Abgabe bedeutet keine Befreiung von allen anderen.

Für internationale Projekte gehören außerdem Quellensteuern, die Besteuerung der Gesellschafter und laufende Buchhaltungs- und Verwaltungskosten in die Planung. Der Körperschaftsteuersatz allein bildet diese Positionen nicht ab.

Gesetzliche Grundlagen und Änderungen: MRA – Income Tax Act, Value Added Tax Act und Finance Acts.

Wirtschaftliche Substanz

Steuerliche Vorteile brauchen wirtschaftliche Realität.

Eine Gesellschaft muss mehr sein als Registereintrag und Geschäftsadresse. Die tatsächliche Organisation muss zur Tätigkeit und zur beanspruchten steuerlichen Behandlung passen.

Unternehmensleitung und Kerntätigkeiten

Entscheidungen und wesentliche einkommensgenerierende Aktivitäten müssen nachvollziehbar zur Struktur passen.

  • reale Unternehmensleitung
  • dokumentierte Entscheidungen
  • nachvollziehbare operative Abläufe
  • lokale Verwaltung und Kontrolle
  • Verträge entsprechend der realen Tätigkeit

Personal, Infrastruktur und Ausgaben

Die wirtschaftliche Präsenz muss in einem angemessenen Verhältnis zur tatsächlichen Tätigkeit stehen.

  • qualifizierte Personen
  • angemessene lokale Aufwendungen
  • geeignete Geschäftsinfrastruktur
  • ordnungsgemäße Buchhaltung
  • nachvollziehbare Dokumentation

Internationale Steuerstruktur

Mauritius kann nicht isoliert betrachtet werden.

Wohnsitz der Eigentümer

Die persönliche Steueransässigkeit der Gesellschafter kann Auswirkungen auf Beteiligungen, Ausschüttungen und Meldepflichten haben.

Ort der Geschäftsleitung

Wo strategische Unternehmensentscheidungen tatsächlich getroffen werden, kann für die steuerliche Einordnung entscheidend sein.

Quellenstaaten

Zielländer, Kundenstaaten und Beteiligungsgesellschaften können eigene Steuerrechte und Quellensteuern auslösen.

Doppelbesteuerungsabkommen

Abkommen können Steuerrechte zwischen Staaten verteilen, setzen aber die jeweilige Anwendbarkeit und Voraussetzungen voraus.

Verrechnungspreise

Leistungen zwischen verbundenen Unternehmen sollten einem Fremdvergleich standhalten und wirtschaftlich dokumentierbar sein.

Hinzurechnungs- und Meldepflichten

Andere Staaten können spezielle Regeln für ausländische Gesellschaften, Beteiligungen und niedrig besteuerte Einkünfte anwenden.

Laufende Steuer- und Compliance-Prozesse

Eine steuerlich funktionierende Struktur muss dauerhaft gepflegt werden.

Steuerliche Registrierung

Die Gesellschaft muss den passenden Steuerarten und steuerlichen Pflichten korrekt zugeordnet werden.

Buchhaltung organisieren

Rechnungen, Verträge, Bankbewegungen und Geschäftsvorfälle müssen vollständig und nachvollziehbar dokumentiert werden.

Steuererklärungen und Zahlungen

Jahreserklärungen, Vorauszahlungen und weitere steuerliche Meldungen müssen innerhalb der jeweils geltenden Fristen erfolgen.

VAT-Pflichten überwachen

Umsätze, Registrierungspflichten und die Behandlung lokaler oder grenzüberschreitender Leistungen müssen fortlaufend geprüft werden.

Substanz dokumentieren

Unternehmensleitung, lokale Ausgaben, Personal und wirtschaftliche Aktivitäten müssen nicht nur eingerichtet, sondern dauerhaft nachweisbar sein.

Mauritius1331 Projektkoordination

Steuerstruktur ist Teil des Business-Projekts – nicht dessen Ersatz.

Eine internationale Unternehmensstruktur kann Corporate Services, Accounting, Steuerberatung, Banking, rechtliche Prüfung und operative Entscheidungen miteinander verbinden.

Mauritius1331 begleitet die strategische Einordnung und koordiniert den Gesamtprozess. Steuerliche Fachprüfungen und Steuerberatung werden dort, wo sie erforderlich sind, durch entsprechend qualifizierte Steuerberater oder andere befugte Spezialisten erbracht.

Zu Beginn werden Mandatsumfang, Zuständigkeiten und Honorar festgelegt. Fachleistungen und deren Kosten werden gesondert vereinbart, soweit das Angebot nichts anderes vorsieht.

Häufige Fragen

FAQ zu Unternehmenssteuern auf Mauritius.

Ist die CCR eine Steuer von 2 Prozent auf den Umsatz?

Nein. Der Umsatz entscheidet über die Schwelle. Die Abgabe wird auf das steuerpflichtige Einkommen berechnet. Steuerfreie Einkünfte zählen bei der Prüfung der Umsatzschwelle mit.

Lassen sich ausländische Steuern immer mit der CCR verrechnen?

Nein. Der Finance Act 2026 begrenzt die Anrechnung und nennt ausdrückliche Ausnahmen. Ob eine Anrechnung nach Section 76 greift, muss anhand des einschlägigen Abkommens und der konkreten Einkünfte fachlich geprüft werden.

Wie hoch ist die Körperschaftsteuer auf Mauritius?

Der allgemeine Körperschaftsteuersatz beträgt 15 Prozent. Sonderregelungen und zusätzliche Abgaben wie CCR können die tatsächliche Belastung verändern.

Zahlt jede internationale Gesellschaft nur 3 Prozent?

Nein. Bestimmte Warenexportgewinne unterliegen einem gesetzlichen Satz von 3 Prozent. Davon zu unterscheiden ist eine rechnerische Körperschaftsteuerbelastung von 3 Prozent bei einer anwendbaren 80-Prozent-Befreiung und einem regulären Satz von 15 Prozent. Zusatzabgaben sind damit nicht abgegolten.

Was bedeutet eine partielle Befreiung?

Bei bestimmten qualifizierenden Einkunftsarten kann ein Teil der Einkünfte von der Besteuerung ausgenommen werden. Die jeweiligen gesetzlichen Voraussetzungen und Substanzanforderungen müssen erfüllt sein.

Reicht eine Firmenadresse auf Mauritius für steuerliche Vorteile?

Nein. Eine reine Registrierung oder Geschäftsadresse ersetzt keine tatsächliche wirtschaftliche Tätigkeit, Leitung und passende wirtschaftliche Substanz.

Kann Mauritius1331 die Steuerstruktur begleiten?

Mauritius1331 begleitet die strategische Einordnung, Strukturierung und Projektkoordination. Steuerberatung und steuerliche Fachprüfungen werden durch entsprechend qualifizierte externe Steuerberater oder befugte Fachpartner erbracht.

Muss ein deutscher Unternehmer nur auf Mauritius Steuern zahlen?

Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Wohnsitz, Unternehmensleitung, Beteiligungen, Einkunftsart und deutsche beziehungsweise andere ausländische Steuerregeln müssen gemeinsam geprüft werden.

Endet die steuerliche Planung nach der Firmengründung?

Nein. Accounting, Steuererklärungen, VAT, Substanz, grenzüberschreitende Zahlungen und Veränderungen der Unternehmensstruktur müssen laufend berücksichtigt werden.

Sie planen ein Unternehmen oder eine internationale Struktur auf Mauritius?

Dann sollten Geschäftsmodell, Gesellschaft, Steueransässigkeit, Substanz, Banking und internationale Auswirkungen zusammen geplant werden. Mauritius1331 strukturiert das Projekt und koordiniert bei Bedarf die erforderlichen Fachprüfungen.

  • Geschäftsmodell und Unternehmensstruktur einordnen
  • steuerlich relevante Themen früh identifizieren
  • Substanz und Unternehmensleitung mitdenken
  • geeignete Steuer- und Corporate-Spezialisten koordinieren
  • Umsetzung als Gesamtprojekt begleiten