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12.07.2026 13:42
Steuern und internationale Unternehmen

Unternehmenssteuern auf Mauritius verstehen

Mauritius bietet ein vergleichsweise übersichtliches Unternehmenssteuersystem. Der allgemeine Steuersatz allein sagt jedoch wenig über die tatsächliche Belastung aus. Entscheidend sind Einkunftsart, Geschäftstätigkeit, steuerliche Ansässigkeit, wirtschaftliche Substanz und die Verbindung zu anderen Staaten.

15 % Allgemeiner Körperschaftsteuersatz
3 % Bestimmte Gewinne aus Warenexporten
80 / 95 % Mögliche partielle Befreiung bestimmter Einkünfte
15 % Regulärer Mehrwertsteuersatz

Grundlagen

Wie Unternehmen auf Mauritius besteuert werden

Gesellschaften werden grundsätzlich auf Grundlage ihres steuerlich relevanten Einkommens besteuert. Ausgangspunkt sind die erzielten Einkünfte abzüglich zulässiger Betriebsausgaben, Verluste und gesetzlicher Abzüge.

Der allgemeine Körperschaftsteuersatz beträgt derzeit 15 Prozent. Für Unternehmen, die bestimmte Voraussetzungen für den Export von Waren erfüllen, kann ein Satz von 3 Prozent gelten.

Darüber hinaus existiert ein System partieller Steuerbefreiungen für ausgewählte Einkunftsarten und regulierte Tätigkeiten. Eine solche Befreiung ist jedoch nicht automatisch mit einer Gesellschaftsgründung oder einer Global-Business-Struktur verbunden.

Maßgeblich ist immer die konkrete Tätigkeit der Gesellschaft. Deshalb müssen Geschäftsmodell, Verträge, Personal, Entscheidungsprozesse und tatsächliche Zahlungsströme gemeinsam betrachtet werden.

Steuersystem

Die wichtigsten Unternehmenssteuern im Überblick

Welche Steuer tatsächlich anfällt, hängt von Tätigkeit, Umsatz, Einkunftsart, Rechtsform und steuerlicher Einordnung des Unternehmens ab.

Bereich Grundsatz Wichtiger Hinweis
Körperschaftsteuer Regulär 15 Prozent auf das steuerpflichtige Einkommen. Ausnahmen und partielle Befreiungen gelten nur unter den jeweiligen gesetzlichen Voraussetzungen.
Export von Waren Für bestimmte Gewinne kann ein Satz von 3 Prozent gelten. Der Begriff des Warenexports ist gesetzlich definiert und darf nicht pauschal auf jede internationale Dienstleistung übertragen werden.
Partielle Befreiung Bestimmte Einkünfte können zu 80 oder 95 Prozent befreit sein. Einkunftsart, Lizenzierung und wirtschaftliche Substanz müssen die jeweiligen Bedingungen erfüllen.
Mehrwertsteuer Der reguläre VAT-Satz beträgt 15 Prozent. Registrierungspflicht, steuerbare Umsätze und Ausnahmen müssen individuell geprüft werden.
Quellensteuern Können je nach Zahlung, Empfänger und anwendbarem Abkommen relevant werden. Nationale Regeln und Doppelbesteuerungsabkommen müssen gemeinsam betrachtet werden.
Verlustvortrag Nicht genutzte Verluste können grundsätzlich zeitlich begrenzt vorgetragen werden. Änderungen der Beteiligungsverhältnisse können die Nutzung beeinflussen.

Partielle Befreiung

Wann eine niedrigere effektive Steuerbelastung möglich sein kann

Das System der partiellen Befreiung gilt nur für ausdrücklich erfasste Einkünfte und Tätigkeiten. Es handelt sich nicht um einen pauschalen Steuersatz für sämtliche internationalen Unternehmen.

01

Ausländische Dividenden

Bestimmte ausländische Dividendeneinkünfte können unter den gesetzlichen Bedingungen für eine partielle Befreiung infrage kommen.

02

Bestimmte Zinseinkünfte

Für ausgewählte Zinseinkünfte kann eine partielle Befreiung gelten. Für Banken und verschiedene Finanzunternehmen bestehen besondere Einschränkungen.

03

Ausländische Betriebsstätten

Gewinne, die einer ausländischen Betriebsstätte zugerechnet werden, können unter bestimmten Voraussetzungen erfasst sein.

04

Fonds und Vermögensverwaltung

Für bestimmte regulierte Fonds-, Investment- und Vermögensverwaltungsaktivitäten bestehen besondere Regelungen.

05

Leasing und Spezialtätigkeiten

Ausgewählte Schiffs-, Flugzeug-, Bahn- und Infrastrukturaktivitäten können unter die gesetzlich bestimmten Kategorien fallen.

06

Regulierte Finanzdienstleistungen

Bei lizenzierten Tätigkeiten ist neben dem Steuerrecht insbesondere die jeweilige Genehmigung durch die zuständige Aufsicht relevant.

Substanzanforderungen

Steuerliche Vorteile setzen reale Aktivitäten voraus

Unternehmen müssen ihre wesentlichen einkommensgenerierenden Tätigkeiten in Mauritius ausüben und eine zur Tätigkeit passende wirtschaftliche Präsenz nachweisen.

Kerntätigkeiten in Mauritius

Die für die jeweiligen Einkünfte wesentlichen Entscheidungen und Tätigkeiten müssen nachvollziehbar in Mauritius stattfinden.

  • Reale Unternehmensleitung
  • Dokumentierte Entscheidungen
  • Nachvollziehbare operative Abläufe
  • Lokale Verwaltung und Kontrolle
  • Verträge passend zur tatsächlichen Tätigkeit

Personal und Ausgaben

Umfang und Qualifikation des Personals sowie die lokalen Ausgaben müssen in einem angemessenen Verhältnis zur Geschäftstätigkeit stehen.

  • Ausreichend qualifizierte Personen
  • Direkte oder zulässige indirekte Beschäftigung
  • Angemessene laufende Aufwendungen
  • Geeignete Geschäftsinfrastruktur
  • Ordnungsgemäße Buchhaltung und Nachweise
Aktuelle Details finden Sie bei der Mauritius Revenue Authority .

Steuerliche Gewinnermittlung

Welche Betriebsausgaben grundsätzlich berücksichtigt werden können

Steuerlich abzugsfähig sind nicht automatisch alle Zahlungen eines Unternehmens. Aufwendungen müssen dem Geschäft dienen, ausreichend dokumentiert und gesetzlich zulässig sein.

A

Personalaufwand

Gehälter, bestimmte Arbeitgeberkosten und weitere beschäftigungsbezogene Ausgaben können bei betrieblicher Veranlassung relevant sein.

B

Geschäftsräume und Verwaltung

Miete, Büro, Buchhaltung, Prüfung, Unternehmensverwaltung und weitere laufende Kosten müssen nachvollziehbar belegt werden.

C

Professionelle Beratung

Rechtliche, steuerliche und geschäftliche Beratung kann abzugsfähig sein, sofern sie mit der Geschäftstätigkeit zusammenhängt.

D

Finanzierungskosten

Zinsen und Finanzierungskosten können besonderen Abzugsbeschränkungen, Fremdvergleichs- und Verrechnungspreisregeln unterliegen.

E

Abschreibungen und Investitionen

Für Anlagevermögen können steuerliche Abschreibungen, Investitionsfreibeträge oder besondere Regelungen relevant sein.

F

Grenzüberschreitende Leistungen

Zahlungen an verbundene Unternehmen müssen einem Fremdvergleich standhalten und wirtschaftlich nachvollziehbar dokumentiert sein.

Laufende Pflichten

Was Unternehmen nach der Gründung beachten müssen

Eine steuerlich funktionierende Gesellschaft benötigt verlässliche Prozesse. Die Verpflichtungen enden nicht mit der Registrierung.

1

Steuerliche Registrierung

Die Gesellschaft muss korrekt bei den zuständigen Stellen registriert und den passenden Steuerarten zugeordnet werden.

2

Ordnungsgemäße Buchhaltung

Geschäftsvorfälle, Verträge, Rechnungen, Kontoauszüge und Zahlungsbelege müssen vollständig und nachvollziehbar erfasst werden.

3

Steuererklärungen und Zahlungen

Jahreserklärungen, mögliche Vorauszahlungen und weitere Erklärungen müssen innerhalb der jeweils geltenden Fristen eingereicht werden.

4

Mehrwertsteuer prüfen

Unternehmen müssen überwachen, ob eine Registrierungspflicht entsteht und wie steuerbare, befreite oder grenzüberschreitende Umsätze behandelt werden.

5

Substanz fortlaufend dokumentieren

Personal, lokale Ausgaben, Geschäftsleitung und einkommensgenerierende Tätigkeiten müssen nicht nur geplant, sondern dauerhaft nachgewiesen werden.

Wichtig: Steuergesetze, Schwellenwerte und Vergünstigungen können sich ändern. Vor Investitionen oder einer Gesellschaftsgründung sollten deshalb die aktuellen Regelungen durch einen qualifizierten Steuerberater geprüft werden.

Häufige Fragen

FAQ zu Unternehmenssteuern auf Mauritius

Wie hoch ist die Körperschaftsteuer auf Mauritius?

Der allgemeine Körperschaftsteuersatz beträgt derzeit 15 Prozent. Für bestimmte Einkünfte und Tätigkeiten können andere Regelungen oder partielle Befreiungen gelten.

Zahlt jede internationale Gesellschaft nur 3 Prozent?

Nein. Der Satz von 3 Prozent gilt nicht pauschal für internationale Unternehmen. Er betrifft bestimmte Gewinne aus dem gesetzlich definierten Export von Waren.

Was bedeutet eine partielle Befreiung von 80 Prozent?

Bei einer qualifizierenden Einkunftsart können 80 Prozent dieser Einkünfte von der Besteuerung ausgenommen sein. Die gesetzlichen Voraussetzungen und Substanzanforderungen müssen vollständig erfüllt werden.

Reicht eine Firmenadresse auf Mauritius aus?

Nein. Eine reine Registrierung oder Geschäftsadresse ersetzt keine reale wirtschaftliche Tätigkeit, tatsächliche Leitung, qualifiziertes Personal und angemessene lokale Ausgaben.

Wie hoch ist die Mehrwertsteuer auf Mauritius?

Der reguläre Mehrwertsteuersatz beträgt derzeit 15 Prozent. Registrierung, Ausnahmen und die Behandlung einzelner Umsätze müssen separat geprüft werden.

Kann eine Gesellschaft Verluste vortragen?

Nicht genutzte steuerliche Verluste können grundsätzlich für einen begrenzten Zeitraum vorgetragen werden. Änderungen der Eigentümerstruktur können die Nutzung beeinflussen.

Muss ein deutscher Unternehmer zusätzlich in Deutschland Steuern zahlen?

Das hängt unter anderem von Wohnsitz, Ort der Geschäftsleitung, Beteiligung, Einkunftsart und deutschen Hinzurechnungsbesteuerungsregeln ab. Die mauritische Steuer allein entscheidet nicht über die Gesamtbelastung.

Eine gute Steuerstruktur beginnt mit einem echten Geschäftsmodell

Mauritius kann für international tätige Unternehmen interessante Rahmenbedingungen bieten. Belastbar wird die Struktur jedoch erst, wenn Tätigkeit, Substanz, Unternehmensleitung, Eigentümer und Zielländer steuerlich und wirtschaftlich zusammenpassen.

Hinweis: Diese Seite dient ausschließlich der allgemeinen Information und stellt keine Steuer-, Rechts- oder Anlageberatung dar. Steuersätze, Vergünstigungen und Voraussetzungen können sich ändern. Eine konkrete Unternehmensstruktur muss vor der Umsetzung durch qualifizierte Berater in allen beteiligten Staaten geprüft werden.